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Redaktionskalender

Der Redaktionskalender ist die Planung, was, wann und auf welchen Kanälen veröffentlicht wird. Er sorgt für Kontinuität — den Faktor, der ein Profil am meisten wachsen lässt — und verhindert unregelmäßiges Posten. Er verwandelt Social Media von einer improvisierten Aufgabe in einen organisierten Prozess.

Ein Redaktionskalender ist der Ort, an dem du im Voraus entscheidest, was du veröffentlichst, wann und auf welchem Kanal. Nicht mehr als das. Er kann ein Google-Sheet sein oder ein Notizbuch unter der Theke: Die Form spielt kaum eine Rolle. Wichtig ist, dass die Entscheidung — worüber rede ich am Dienstag? — nicht am Dienstag um elf Uhr abends getroffen wird, mit dem Handy in der Hand und der Müdigkeit des Tages im Nacken.

Wer ein Geschäft hat, hat selten ein Ideenproblem: Er hat ein Zeit- und Klarheitsproblem. Die Ideen kommen während der Arbeit, die Posts werden geschrieben, wenn man erschöpft ist. Der Kalender dient dazu, diese beiden Momente zu trennen: Du sammelst Ideen, wenn sie dir kommen, und verwandelst sie in Inhalte, wenn dein Kopf frei ist. Er ist auch das, was dich davon abhält, drei Dinge in zwei Tagen zu veröffentlichen und dann einen Monat zu verschwinden.

In der Praxis baut man ihn ausgehend vom echten Kalender des Geschäfts auf, nicht vom Social-Media-Kalender. Nimm die nächsten zwei Monate und trag ein, was wirklich passiert: die Frühjahrsaktion, die Woche, in der geschlossen ist, den Valentinstag, wenn du eine Kosmetikerin bist, den Speisekartenwechsel, wenn du eine Pizzeria hast. Um diese Termine herum fügst du die eigentlichen Inhalte ein.

Jede Zeile sollte dir alles sagen, was du zum Veröffentlichen brauchst, ohne noch einmal darüber nachdenken zu müssen: Datum, Kanal, Format, Thema, das zu benutzende Foto oder Video, und der Bearbeitungsstatus. Das ist der Unterschied zwischen einem funktionierenden Kalender und einer Liste guter Vorsätze. Steht in der Zeile nur "Post zum neuen Schnitt", bist du am Veröffentlichungstag wieder am Ausgangspunkt.

Für ein kleines Geschäft ist die Veränderung sehr konkret: Der Zeitaufwand sinkt, weil du die Fotos im Block machst, die Texte in nur einer Stunde vorbereitest, und wenn du eine Mitarbeiterin oder ein Tool hast, das an deiner Stelle veröffentlicht — genau das macht Carosell —, gibst du ihr einen bereits klaren Plan, statt mündlicher Anweisungen.

So setzt du es in der Praxis um

Starte bei den wichtigen Terminen

Öffne die nächsten zwei Monate und trag zuerst die realen Dinge ein: Aktionen, Schließzeiten, für deine Branche relevante Anlässe. Bau dann die Posts um diese Termine herum auf. Das geht viel schneller, als vom leeren Blatt zu starten.

Leg drei wiederkehrende Formate fest

Statt jedes Mal neu zu erfinden, wähl drei Schemata, die du schon beherrschst: die Antwort auf eine häufige Frage, die fertige Arbeit, der Blick hinter die Kulissen. Rotier zwischen ihnen und ändere nur den Inhalt.

Blockiere eine feste Stunde im Kalender

Setz einen wiederkehrenden Termin, immer am selben Tag und zur selben Uhrzeit, und bereite in dieser Stunde die Inhalte der nächsten Woche vor. Behandle ihn wie einen Kunden: Verschieb ihn nicht für das Erstbeste, das dazwischenkommt.

Mach die Fotos im Block

Ist das Licht gut und der Laden aufgeräumt, mach zehn Fotos statt eines: das Produkt, den Raum, die arbeitenden Hände. Speicher sie in einem Ordner und verknüpfe ihn mit den Zeilen des Kalenders.

Führ eine Statusspalte

Nutze nur drei Werte pro Zeile — zu schreiben, fertig, veröffentlicht — und aktualisier sie laufend. In drei Sekunden siehst du, was für die Woche noch fehlt, statt es erst am Tag selbst zu merken.

Häufige Fehler

  • Mit dem anfänglichen Januar-Elan fünf Posts pro Woche planen und im Februar dann gar nichts mehr veröffentlichen, weil das Tempo nicht durchzuhalten war.

  • Den Kalender nur mit Angeboten und Rabatten füllen: Wer dir folgt, hört auf zuzuschauen, wenn jeder Post ihn zum Kaufen auffordert.

  • In die Zeilen nur das Thema schreiben, ohne Text oder fertiges Foto: Am Veröffentlichungstag bleibt die ganze Arbeit unangetastet liegen.

  • Ihn stur befolgen, auch wenn im Laden gerade etwas Interessanteres passiert, als was drei Wochen vorher geplant war.

Häufige Fragen

Wie viele Posts soll ich pro Woche im Kalender einplanen?+

Lieber zwei Posts, die du monatelang durchhältst, als fünf, die du nur zwei Wochen schaffst. Starte mit zwei, halte das Tempo ein paar Monate und steiger nur, wenn dir wirklich Zeit übrig bleibt. Kontinuität wiegt mehr als Menge.

Brauche ich unbedingt eine Software?+

Nein. Ein Google-Sheet mit fünf Spalten — Datum, Kanal, Format, Text, Status — funktioniert bestens und lässt sich vom Handy öffnen. Wechsle erst zu einem eigenen Tool, wenn dir das Sheet zu eng wird: mehr zu verwaltende Profile oder mehrere Personen, die daran arbeiten.

Und wenn ich nichts zu erzählen habe?+

Fast immer hast du mehr, als du denkst. Die Fragen, die dir Kunden am Tresen stellen, sind bereits fertige Inhalte. Halte eine Notiz auf dem Handy und trag sie während der Arbeit ein: Am Ende der Woche hast du das Rohmaterial, um den Kalender zu füllen.

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