Copywriting (für Social Media)
Copywriting für Social Media ist das Schreiben von Texten und Bildunterschriften, die darauf ausgelegt sind, Aufmerksamkeit zu fangen und zum Handeln zu bewegen. Es geht nicht darum, abstrakt "gut" zu schreiben: Es geht darum, für dein Publikum die richtigen Worte zu wählen, mit einem Hook am Anfang, einer klaren Botschaft und einer Call to Action.
Copywriting für Social Media ist die Kunst, Texte zu schreiben, die jemanden, der durch den Feed scrollt, zum Stehenbleiben, Verstehen und Handeln bringen. Es ist nicht "gut schreiben" im schulischen Sinn: Es ist, die richtigen Worte für jemanden zu wählen, dessen Daumen schon bereit ist, weiterzuwischen. Das gilt für die erste Slide eines Carousels, für die Bildunterschrift unter dem Foto der frisch geglätteten Haare, für den Post mit dem Tagesmenü. Wenige Worte, aber sorgfältig gewählt.
Es zählt, weil dich auf Social Media niemand sucht: Man trifft zufällig auf dich, zwischen einem Rezeptvideo und einem Meme. Du hast einen Sekundenbruchteil, um einen Grund zum Innehalten zu geben. Ein wunderschönes Foto mit "Neue Behandlung jetzt verfügbar" gleitet vorbei; dasselbe Foto mit "Haare kaputt nach dem Sommer am Meer? Das mache ich im Salon dagegen" spricht jemanden ganz Bestimmtes an. Das Copy ist das, was ein Bild in eine Botschaft verwandelt, und eine Botschaft in eine Person, die dir schreibt.
In der Praxis arbeitet der Text an drei Teilen. Der Hook: die erste Zeile oder die erste Slide, die ein Problem oder eine Neugier der lesenden Person benennen muss, nicht deinen eigenen Namen. Der Hauptteil: das, was du erklärst oder erzählst, in kurzen, konkreten Sätzen, am besten mit einem echten Beispiel. Der Abschluss: was danach passieren soll, einfach gesagt, etwa "schreib mir per DM" oder "buch über den Link". Ohne Hook kommt niemand bis zum Ende; ohne Abschluss weiß, wer angekommen ist, nicht, was er tun soll.
Für ein kleines Geschäft ist die gute Nachricht, dass du das Material schon hast: Es sind die Fragen, die dir jeden Tag im Laden gestellt werden. "Wie lange hält es?", "Tut es weh?", "Kann ich die Kinder mitbringen?", "Warum kostet es so viel?". Fast wörtlich übernommen, funktionieren diese Sätze besser als jeder Slogan, weil sie die genauen Worte der Kundschaft benutzen. Es bleibt nur, eine wiedererkennbare Stimme zu bewahren: Bist du persönlich direkt und ironisch, schreib keine Posts wie eine Pressemitteilung. Auch wenn du dir von einem Tool wie Carosell helfen lässt, entscheidest du über den Ton.
So setzt du es in der Praxis um
Schreib zuerst den Hook
Vor allem anderen schreib die erste Zeile und probier drei verschiedene Versionen aus. Wähl die, die du wirklich einer Kundin sagen würdest, die vor dir sitzt: Klingt sie nach Flugblatt, wirf sie weg.
Klau die Worte deiner Kunden
Notier dir eine Woche lang auf einem Zettel bei der Kasse die genauen Sätze, die dir gesagt werden: Zweifel, Wünsche, Einwände zum Preis. Nutz sie dann so, wie sie sind, in den Posts, ohne sie in Fachjargon zu übersetzen.
Eine einzige Idee pro Post
Jedes Carousel oder jede Bildunterschrift sollte genau eine Frage beantworten. Merkst du, dass du drei Themen hineingepackt hast, teile sie in drei Posts: Du gewinnst Klarheit und hast gleich zwei fertige Inhalte.
Schließ immer mit einer Handlung
Beende jeden Post, indem du genau sagst, was zu tun ist: "schreib mir das Wort FRISUR per DM", "buch über den Link in der Bio", "speicher diesen Post für den Sommer". Immer nur eine Handlung, nie zwei zusammen.
Häufige Fehler
Mit "Wir freuen uns, euch unsere neue Linie vorzustellen" beginnen: Wer scrollt, kennt dich nicht und hat keinen Grund, eine Zeile zu lesen, die nur von dir handelt.
Adjektive wie "exklusiv", "einzigartig", "innovativ" anhäufen, ohne je zu sagen, was die Leistung konkret macht, wie lange sie dauert, was sie kostet oder für wen sie ist.
Textblöcke ohne Absätze veröffentlichen: Auf dem Handy werden sie zu einer grauen Wand, die die Leute überspringen, ohne auch nur das erste Wort zu lesen.
Häufige Fragen
Ich kann nicht schreiben, was mache ich?+
Du musst nicht gut schreiben, du musst klar schreiben. Kannst du einer vor dir sitzenden Kundin eine Behandlung erklären, hast du den Inhalt schon. Nimm dich auf, während du es laut erzählst, transkribier es und streich die Wiederholungen: Meist entsteht daraus ein wirksamerer Text als der "gut geschriebene".
Wie lang soll eine Bildunterschrift sein?+
So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Ein Öffnungszeiten-Wechsel passt in zwei Zeilen; zu erklären, warum eine Farbe verblasst, kann zehn brauchen. Wichtig ist, dass die erste Zeile für sich funktioniert, denn der Rest bleibt hinter "mehr" versteckt, bis ihn jemand antippt.
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